Unvereinbar: Kartelle, Geiz-ist-geil und Fairtrade

Vergesslichkeit ist ein vorherrschendes Merkmal unserer Gesellschaft. Gefolgt von Verdrängung und Ignoranz. Wie sonst könnten gerade Politik und Wirtschaft darauf wetten, dass Verfehlungen, Skandale und schiere Unverschämtheiten, die heute noch als sensationelle Säue durchs Mediendorf getrieben werden, morgen schon alsbald vergessen sein werden. Schließlich ist nichts so alt wie die Meldung von gestern und das stets Neue das Nachrichtengeschäft von heute.

Erneut „Matratzenkartell“ verurteilt

Und so überrascht die Meldung über eine in Kürze mit happigen Strafzahlungen geahndete „Matratzenmafia“ (BILD; Handelsblatt) in keiner Weise. Preisabsprachen unter Matratzenherstellern hatte zwar niemand auf der Rechnung, schon gar nicht beim ach so günstigen Matratzendiscounter, dass so etwas aber irgendwann einmal ans Licht kommt, davon war eigentlich auszugehen. Gerade bei jenen Verbrauchern, deren Budget hohe Qualität und dementsprechend hohe Preise kaum zulässt, wird solch eine Praxis geradewegs Zorn verursachen. Aber auch Verbraucher, die ein ausgefuchstes Sparen in allen Bereichen an den Tag legen und solche, die gerne auf hohe Qualität setzen, werden angesichts solchen Preisbetrugs – ob nun im jeweiligen Produktsegment real oder nicht – keinesfalls gut aufgelegt sein.

Eigentlich nichts Neues

Doch das Vergessen ist groß, denn die Umstände derartiger Mauscheleien waren schon länger bekannt: Bereits im Jahr 2011 wurden diverse Razzien in der Matratzenbranche durchgeführt, worauf jene angeblich „in Aufruhr geriet“ (FAZ). Und noch im Januar dieses Jahres hat die EU-Kommission hohe Geldbußen gegen die vier großen Polyurethanweichschaum-Hersteller Vita, Carpenter, Recticel und Eurofoam verhängt (eiz).

Egal?

Nichtsdestotrotz: Werden diese Preisabsprachen etwas am generellen Hauptsache-es-ist-billig in der Textilbranche und beim Gros der Verbraucher ändern? Wohl kaum, denn die Kostenkontrolle und ständige Kostenreduktion scheinen in vielen Branchen der marktwirtschaftlichen Produktion systemimmanent zu sein. Und diese Denke hat sich der gemeine Kunde ja mittlerweile zu eigen gemacht. Gleichwohl kann behauptet werden, dass die scheinbare Priorität der geringen Kosten sowohl beim Hersteller als auch beim Kunden keineswegs zwingend sein müsste, wenn beide letztlich wahre Zufriedenheit wollen.

Fairtrade größer denken

So, wie es in der Wirtschaft die Überzeugung gibt, dass es einfacher, wichtiger und wertvoller ist, einen Kunden zu halten, als einen neuen Kunden zu gewinnen, sollte jetzt und in Zukunft auch die Idee des „Fairtrade“ noch ernsthafter in die Tat umgesetzt werden als bisher. Dass dies möglich ist, beweist ja der bisherige Erfolg von Bio & Fairtrade, deren grüne Produktwelten selbst den letzten Discounter im Land erobert haben.

Dass also Preisabsprachen und Faitrade nicht zusammenpassen liegt auf der Hand. Schließlich hört Faitrade nicht beim sozialverträglichen Handel der Rohstoffe und der menschenwürdigen Produktion auf. Vielmehr muss das Prinzip Faitrade auch auf die Beziehung zwischen den Produzenten, dem Handel und den Endkunden konsequente Anwendung finden. Nur wenn Produktion und Preisgestaltung auf überzeugende Weise – auch durch dritte Kontrollinstanzen – transparent bleiben, können Kunden die für sie richtige Matratze finden und zu einem tatsächlich angemessenen Preis kaufen. Und mehr darauf vertrauen, dass dieses Produkt Langzeitqualität aufweist.

Faitrade als Dienstleistung

Keine Frage: Nicht jeder Hersteller wird sich Fairtrade auf die Fahne schreiben können oder wollen, genauso, wie sich nicht jeder Kunde Faitrade-Textilien oder entsprechende Matratzen leisten will oder kann. Wird aber der Faitrade-Begriff weitergedacht, umfassender verstanden, als er gesetzlich formuliert ist, sozusagen als „guter Dienst“ an der Umwelt, an der Gesellschaft und letztlich am Kunden, kann Faitrade ein Garant dafür werden, dass auch der Wettbewerb fair bleibt und Verbraucher die Waren bekommen, für die sie ihr gutes Geld auf den Tisch legen.

Tritt kein Umdenken bei den erwischten Unternehmen ein, werden sie hoffentlich über kurz oder lang vom Markt verschwinden. Wenn nicht, wird sich leider so schnell nichts ändern: Immer wieder schlechte Verbraucher-News, über die man sich heute noch ärgert und die man morgen schon wieder vergessen hat. Und immer wieder das mulmige Gefühl, beim „dänischen“ Matratzendealer um die Ecke in einer verdächtigen Rabatt-Kissenschlacht über den Tisch gezogen zu werden.

Gesunder Schlaf auf Reisen

von Christine Müller

Schlaf ist essenziell für das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden – kein Wunder also, dass wir rund ein Drittel unseres Lebens „verschlafen“. Die Qualität des Schlafs steht jedoch nicht zwangsläufig in Verbindung mit der Schlafdauer. Zwischen 6 und 9 Stunden sind je nach Person ausreichend. Stress und Probleme ebenso wie Umwelteinflüsse können den Schlaf negativ beeinflussen. Letztere können vor allem in einer sonst entspannten Umgebung – z.B. im Urlaub im Hotelzimmer – das Einschlafen und gesunde Durchschlafen behindern. Wie lässt sich also auch auf Reisen die ideale Umgebung für natürlichen und gesunden Schlaf schaffen?

Raum und Bett

Am besten schläft es sich auch auf Reisen in einem kühlen, ausreichend abgedunkelten und vor allem ruhigen Raum. Daher sollte man bereits nachmittags daran denken, die Klimaanlage (falls vorhanden) im Hotelzimmer anzuschalten oder die Fenster zu öffnen. Ein Faktor, der bei der Einrichtung häufig vernachlässigt wird, ist die Zimmereinrichtung – denn auch sie kann zu einem guten Schlaf beitragen. Während Glas und Metall schnell kalt und abweisend wirken, steht Holz für Behaglichkeit. Wer es ganz genau nimmt, kann bei der Auswahl des Hotelzimmers darauf achten, dass die Möbelstücke beispielsweise gemäß den Lehren des Feng-Shui arrangiert sind. Auch elektronische Geräte wie Fernseher, Computer oder Handys im Raum können durch die abgegebene Strahlung bei empfindlichen Personen Schlafprobleme verursachen.

Das Bett selbst sollte ein Zentrum der Ruhe und eine Kraftquelle darstellen – groß genug sollte es sein, die Bettdecke der Jahreszeit entsprechend und die Matratze stützend für Kopf und Rücken. Besonders natürlichen und erholsamen Schlaf versprechen Betten aus Zirbenholz mit Matratzen aus Schafswolle, wie sie beispielsweise im strahlungsfreien Naturhotel Waldklause verwendet werden.

Ernährung und Bewegung

Wer im Hotel nächtigt, hat in der Regel auch beim Abendessen die Wahl zwischen verschiedenen Gerichten. Hier empfiehlt es sich, in den Stunden vor der Nachtruhe eher zu leichter Kost zu greifen und bei den Getränken auf Kaffee und Alkohol zu verzichten. Auch intensiver Sport vor dem Zubettgehen sollte vermieden werden, ideal sind hingegen gemütliche Spaziergänge oder Sportarten wie Yoga oder Pilates. Dann steht dem erholsamen und gesunden Schlaf nichts mehr im Wege – wir wünschen Ihnen eine gute Nacht!

Info-Tag zur Traum-Schlaf-Verhaltensstörung am 24. Mai

Am 24. Mai lädt die Uniklinik der RWTH Aachen von 10-15 Uhr zu einem Info-Tag ein.

Thema der Veranstaltung ist die Traum-Schlaf-Verhaltensstörung, eine sehr seltene Erkrankung, die oft unerkannt bleibt.

Betroffene der Traum-Schlaf-Verhaltensstörung träumen sehr lebhaft und schlagen im Schlaf häufig um sich. Zudem geschieht es, dass sie sich und ihren Bettnachbarn dabei verletzen. Die Traum-Schlaf-Verhaltensstörung kann Betroffene und ihre Angehörigen deutlich belasten. Zudem weisen Studien darauf hin, dass die Erkrankung in einem Zusammenhang mit chronischen neurodegenerativen Erkrankungen, unter anderem mit Parkinson, steht. Somit ist sie eine ernst zu nehmende Erkrankung.

Beim Informationstag werden Patienten, die unter einer Traum-Schlaf-Verhaltensstörung leiden, auf Frühmarker des Parkinson-Syndroms untersucht. Teil der Untersuchung sind sowohl eine bildgebende, klinische sowie neuropsychologische Diagnostik. Über die Erkrankung aufzuklären und Studienergebnisse und Therapieansätze aufzuzeigen ist das Ziel der Veranstaltung. Darüber hinaus können Teilnehmer der Veranstaltung das Schlaflabor der Uniklinik RWTH Aachen beschtigen.

Der Infotag findet im Seminarraum, Ebene E, an der Uniklinik RWTH Aachen statt. Weitere Informationen zum Info-Tag sowie zur Anmeldung erhalten Sie telefonisch unter 0241 80-89605 oder per E-Mail an Jutta Schmitz: jschmitz@ukaachen.de.

 

 

Global Organic Textile Standard 4.0

Die GOTS International Working Group (GOTS IWG) hat die vierte Version des Global Organic Textile Standard (GOTS) bekanntgegeben.

Der GOTS-Standard für die Produktion von Textilien definiert Sozial- und Umweltkriterien für die gesamte Produktionskette und ist weltweit anerkannt.

Der GOTS 4.0 behält den Mindestanteil von 70 Prozent für Naturfasern aus zertifiziert biologischem Anbau bei. Der Anteil von 70 Prozent entspricht der Label-Stufe „made with organic“. Bei einem Anteil von 95 Prozent biologischen Fasern wird die Label-Stufe „organic“ vergeben. Ebenfalls beibehalten wird das Verbot, Substanzen aus Nano- oderGentechnologie zu verwenden, sowie das Verbot von karzinogenen Farbstoffen und Formaldehyd.

Was ist neu?

Die restlichen Fasern können aus Synthetikfasern oder Regeneratfasern bestehen – und zwar bis zu 30 Prozent. Vorausgesetzt, sie sind aus ökologischer Perspektive optimiert. Für Regeneratfasern gilt, dass der Rohstoff entweder zertifiziert recycelt werden muss oder aus ökologischer Land- bzw. nachhaltiger Forstwirtschaft kommt. Die Rohstoffe von Synthetikfasern müssen zertifiziert recycelt sein. Mit dieser Regelung haben Textilhersteller nun deutlich mehr Möglichkeiten für die Zusammensetzung ihrer Fasermischungen.

Ebenfalls neu ist das Verbot, Angora oder originäres (d. h. nicht recyceltes) Polyester zu verwenden. Darüber hinaus wurden Grenzwerte strenger gesetzt und weitere verbotene Substanzen hinzugefügt. Somit orientiert sich der GOTS 4.0 an der von Greenpeace aufgestellten Liste mit kritischen Substanzen. Für Matratzen und andere Produkte wurden komplett neue Kriterien aufgestellt.

Hinsichtlich der Sozialkriterien wurden die Prüfbereiche der Kontrolle vor Ort genauer definiert. Auch in punkto Arbeitssicherheit wurde der GOTS 4.0 ergänzt. Die GOTS-zertifizierten Unternehmen müssen die neuen Regelungen innerhalb eines Jahres umsetzen.

 

 

Umweltbundesamt hat neue Präsidentin

Am 5. Mai 2014 hat Maria Krautzberger ihr Amt als Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA) angetreten. Sie löst damit Jochen Flasbarth ab, der seit Ende 2013 Staatssekretär im Bundesumweltmimisterium ist.

Maria Krautzberger war zuvor als Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin tätig. In diesem Amt hat sie sich für eine ökologische Verkehrspolitik eingesetzt. So hat sie unter anderem an der Einführung einer Umweltzone in der Hauptstadt mitgewirkt, eine Radverkehrsstrategie konzipiert sowie den „Stadtentwicklungsplan Klima Berlin“ mitgestaltet. Vor ihrer Tätigkeit in Berlin war sie Umweltsenatorin in Lübeck.

Als Präsidentin des Umweltbundesamtes will Krautzberger sich besonders der nachhaltigen Stadtentwicklung, dem Klimaschutz und der Energiewende widmen. Darüber hinaus plant die Präsidentin des UBA, sich mit dem gesundheitlichen Umweltschutz auseinanderzusetzen sowie sich für den Schutz der natürlichen Ressourcen einzusetzen.

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