Der gesunde Schlaf spielt eine herausragende Rolle für ein gesundes Leben. Was man alles für einen gesünderen Schlaf tun kann, wollen wir an dieser Stelle mit verschiedenen Beiträgen darstellen.

Deutsche erholen sich gut im Urlaub

Die Krankenkasse DAK hat ihren aktuellen Urlaubsreport veröffentlicht. Die Zahlen ergaben insgesamt eine steigende Erholungsrate der Deutschen im Vergleich zu den Vorjahren. Fast 49% gaben an sich „gut“ oder „Sehr gut“ im diesjährigen Urlaub erholt zu haben.

Urlaub im Süden

Der Urlaub. Zeit in ferne Länder zu reisen, die Familie zu besuchen oder Sport zu treiben. Vor allem sollte Erholung auf dem Programm stehen. Doch nicht für jeden war der diesjährige Sommerurlaub so richtig erholsam. Warum und warum der ein oder andere sich nicht erholt hat, beleuchtet eine aktuelle Forsa-Studie – in Auftrag gegeben von der DAK-Gesundheit.

Weniger Stress – Mehr Erholung

Besonders das Wegfallen des Stresses durch den Job wird als Grund genannt, dass es mit der Erholung gut geklappt hat. 59 Prozent der erholten Urlauber gaben an, der Hauptgrund sei der fehlende Arbeitsstress gewesen. Unter den 45- bis 59-Jährigen gaben sogar 70 Prozent der Befragten diesen Grund an.

Mehr Erholung mit oder ohne Handy? – Unterschiede bei den Generationen

Bei der Nutzung des Smartphones und des Internets während des Urlaubs gehen die Meinungen zwischen der jüngeren Generation und der älteren stark auseinander. Generell: der Verzicht auf Handy und Internet ist für rund ein Drittel der Befragten ein Grund für mehr Erholung.

Die jüngere Generation zwischen 14 und 29 Jahren sagte, es wäre ihr wichtig via Twitter und Facebook auch im Urlaub in Kontakt zu bleiben. Für fast 50 Prozent der unter 30-Jährigen ist es „sehr wichtig“ oder „wichtig“ sich im Urlaub über soziale Medien zu vernetzen – Befragte ab 30 Jahren gaben dies nur zu etwa einem Viertel an.

Schließlich gaben insgesamt 15 Prozent an, dass das dauerhafte „Erreichbar sein“ für sie ein stressiger Aspekt während des Urlaubs gewesen ist. Sie gaben an, dass Sie erreichbar sein mussten und sich deshalb schlechter erholen konnten.

Welche Faktoren sind denn nun gut für die Erholung während des Urlaubs?

Wer sich gut erholt hat gab an, dass sie mit Hilfe gesunder Ernährung und Bewegung abschalten konnten. Auch der Schlaf war für 52 Prozent der Befragten wichtig für die Erholung. Gesunder, erholsamer Schlaf kommt dabei rechnerisch vor „gesunder Ernährung“, mit 49% und nach „Bewegung und Sport“ mit ganzen 60 Prozent. So kommt es, dass 62 Prozent der Befragten sagten, dass sie im Urlaub Stress reduziert hätten.

Fakt ist: Der Statistik nach zu Urteilen, sind wir Deutschen, erholter aus dem Sommerurlaub gekommen als noch 2012.

 

Fazit

Essen Sie bewusst, machen Sie Sport und lassen Sie sich genug Zeit für den wohl wichtigsten Aspekte im Urlaub: den Schlaf!

Und schalten Sie Ihr Handy, das Tablet, den Laptop und Ihre Smartwatch einfach öfters aus. Dann klappt’s auch mit dem Abschalten im Urlaub.

 

Dieser Text wurde für Sie auf Grundlage der frei zugänglichen Statistik der DAK-Krankenkasse geschrieben.

Die Statistik finden Sie hier.

Die besten neuen Tipps, wie gesunder Schlaf möglich ist

Gehören Sie auch zu den Menschen, die an Schlafstörungen leiden? Ein erholsamer, gesunder Schlaf liegt für Sie in weiter Ferne? Dann wissen Sie höchst wahrscheinlich, dass der Erholungswert Ihres Schlafes von vielen verschiedenen Bedingungen bestimmt wird – Umstände, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem Schlaf zu tun haben scheinen.

Wie gut Sie einschlafen, durchschlafen und erholt aufwachen, hängt nämlich zum Beispiel auch davon ab, wie viel Zeit Sie abends noch vor dem Fernseher verbringen. Das ist nichts Neues, wer aber nun glaubt, mit den neuen Mediengeräten, allen voran Phones und Tablets, verhielte sich dies anders, der irrt gewaltig!

Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität von Pittsburgh (USA) haben nämlich nun in einer neuen Studie herausgefunden, dass junge Erwachsene, die besonders viel Zeit in den Sozialen Medien verbringen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an Schlafstörungen leiden als jene, die dies nicht derart exzessiv tun. Man höre und staune also: Im Kern der Studie wurden schlafstörende Effekte mit dem Verweilen in den Sozialen Medien an sich verknüpft und eben nicht mit der Nutzung eines bestimmten Mediums oder eines bestimmten Mediengeräts.

Außerdem konnte festgestellt werden, dass es für die Anfälligkeit zu Schlafstörungen unerheblich ist, wann die Probanden in den sozialen Medien interagiert haben; vielmehr sei die Häufigkeit entscheidend, mit der die Probanden ihren „sozialen Status“ überprüften. Hierzu wurden über 1.700 junge Erwachsene im Alter von 19 bis 32 Jahren zur ihrem Nutzerverhalten in Sachen Facebook, YouTube, Twitter & Co. befragt.

1 Stunde Social Media – täglich

61 Minuten verbrachten die Probanden im Durchschnitt jeden Tag in den Sozialen Medien; hier waren allem Anschein nach wohlwollende Selbsteinschätzungen am Werk. 30 Prozent aller Befragten gaben Schlafstörungen zu Protokoll. Mit diesen Ergebnissen alleine könne zwar nicht bewiesen werden, ob nun die Sozialen Medien die Schlafstörungen bedingen oder umgekehrt. Es könne nämlich auch davon ausgegangen werden, dass sich beide Phänomene gegenseitig hochschaukeln, beispielsweise dann, wenn das Nutzerverhalten auf den Sozialen Plattformen Gemütszustände hervorruft, die einem erholsamen Schlaf entgegen stehen. Abgesehen davon könne ein gesunder Schlaf allein schon durch das mitunter grelle Displaylicht vieler moderner Geräte kaum gefördert werden.

Richtig kontraproduktiv für den Schlaf wird es, wenn Menschen, die ohnehin an Einschlafstörungen leiden, versuchen, jene Einschlafprobleme mit dem Surfen in den sozialen Medien zu überbrücken. Will man eine Verbindung zwischen sozialen Medien und Schlafstörungen sehen, so zeige diese neue Studie, dass zuallererst Maßnahmen am wirksamsten erscheinen, die sich gegen das besessene Checken des Sozialen Status richten.

Maßvoll sein – die Ruhe geniessen

Lassen Sie es also irgendwann, vor allem am Abend auch mal gut sein mit dem Checken aller möglichen Mails, Benachrichtigungen und dergleichen. Gönnen Sie Ihrem „Sozialen Ich“ mal eine Ruhepause. Sie werden am nächsten Tag sehen, dass Sie eigentlich nichts wichtiges verpasst haben… Geniessen Sie die Ruhe vor all diesen „Sozialen Störfrieden“, die uns rund um die Uhr in einen Alarmzustand versetzen.

Keine Nacht mit Drogen

Vor allem koffeinhaltige Getränke mindern die Qualität des Schlafes. Von anderen Substanzen ganz zu schweigen: Auch Nikotin, Alkohol und weitere Substanzen (von denen Sie hoffentlich nichts zu sich nehmen) sorgen keineswegs für einen erholsamen Schlaf. Es spricht jedoch nichts gegen den Kaffeegenuss am Tage, es ist jedoch einen Abstinenz ab ungefähr sechs Stunden vor dem zu Bett gehen ratsam.

Auch Alkohol wirkt – entgegen allgemeiner Annahme – stimulierend, und zwar im Verlaufe des Schlafes. Maßvoller Genuss von Genussmitteln lautet also das Gebot der Stunde für Menschen mit Schlafstörungen.

Die richtige Schlafatmosphäre schaffen

Um gut einzuschlafen und einen erholsamen Schlaf zu bekommen, brauchen Sie das richtige Schlafzimmer, das zu Ihnen passt. Auf jeden Fall sollte Ihr Schlafzimmer Ruhe vor der Welt da draußen bieten und stets leicht kühl temperiert sein – auch im Winter. Eine gute Matratze sollte selbstverständlich sein. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Schlafzimmer Ihre Erholungsoase wird – für guten Schlaf und … Sie wissen schon 😉

Richtig müde werden

Am Abend wollen wir uns entspannen. Einschlafproblemen kann mit beruhigenden Aktivitäten am Abend begegnet werden, beispielsweise mit einem warmen Bad, mit Lesen oder beruhigender Musik. Lassen Sie in jedem Fall den Stress des Tages hinter sich – proaktiv. Gehen Sie erst ins Bett, wenn Sie sich wirklich müde fühlen.

Mit Schlafstörungen richtig umgehen

Dass wir nachts aufwachen ist nichts Ungewöhnliches. Können Sie nach dem Aufwachen partout nicht mehr einschlafen, halten Sie ihre mentale und körperliche Aktivität gering, sodass Sie die Chance maximieren, tatsächlich wieder einzuschlafen. Lesen Sie zum Beispiel oder hören Sie leise und beruhigende Musik. Vermeiden Sie unbedingt helles und grelles Licht, wenn Sie wieder einschlafen möchten.

Auf die innere Uhr hören

Wer weiß, wie die eigene innere Uhr tickt, kann selbst besser für einen regelmäßig erholsamen Schlaf sorgen. Hierzu sollte man Routinen und Rituale entwickeln, die am besten zum eigenen Alltag und zu den eigenen Bedürfnissen passen.

Das Sonnenlicht nutzen

Apropos innere Uhr: Unterstützt wird ihr Funktionieren besonders gut durch das Nutzen des natürlichen Lichts. Sorgen Sie beispielsweise dafür, dass Sie morgens vom Sonnenlicht geweckt werden. Auch ein Spaziergang in der Mittagssonnen ist besonders wohltuend.

Nachmittagsschläfchen – richtig gemacht

Wer sich tagsüber gerne einmal für einen Powernap aufs Ohr legt, sollte es bei der Durchführung genauso wie die Kleinkinder im Kindergarten machen: Nach dem Mittagsessen und auf jeden Fall vor 17 Uhr. Ansonsten wird es schwierig, später zu einer vernünftigen Uhrzeit einzuschlafen.

Früher zu Abend essen

Ein gesunder Schlaf sollte sich nicht mit der Verdauungsarbeit des Körpers belasten. Leiden Sie an chronischen Einschlafschwierigkeiten, essen aber regelmäßig noch sehr spät zu Abend, dann könnte dies der Grund sein, warum Sie nachts kein Auge zu machen. Essen Sie besser einige Stunden vor dem zu Bett gehen, beispielsweise um 17 oder 18 Uhr, wenn Sie um 23 Uhr zu Bett gehen.

Sport macht fit – und müde!

Regelmäßiger Sport macht nicht nur fit, sondern auch müde. Einzige Bedingung: Sport sollte zur richtigen Tageszeit betrieben werden, also spätestens drei Stunden vor dem zu Bett gehen. Ansonsten stört das beim Sport ausgeschüttete Stresshormon Cortisol das Einsetzen eines erholsamen Schlafes.

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Zur Studie (englisch)

Diabetes vorbeugen – am Wochenende ausschlafen

Inbesondere Berufstätige tun es, und nun gibt ihnen einen neue Studie noch einen weiteren guten Grund dazu: Ausschlafen verringert Diabetes – zumindest das Risiko einer Erkrankung. Die Überzeugung, dass chronischer Schlafmangel die Entwicklung von Diabetes begünstigen kann, hat sich in der Medizin ja ohnehin durchgesetzt. Die neue Studie will nun belegen, dass man dieses Risiko verringern kann, indem man an den Wochenende getrost ausschläft.

Ausschlafen verringert Diabetes?

Die Studie wurde an der Universität von Chicago an 19 jungen, männlichen Probanden durchgeführt. Die dabei durchgeführten Untersuchungen zeigten, dass die Blutwerte gerade an den Wochenenden Werte aufwiesen, die nicht auf ein erhöhtes Diabetesrisiko hinwiesen. Die Erholung durch das Ausschlafen konnte also die Gefahren im Zusammenhang mit Diabetes, denen sich die Probanden unter der Woche aussetzten, „wieder gut machen“.

Dies Kurzzeitstudie ergab, dass in 2 Nächten, in denen die Probanden sprichwörtlich ausschlafen konnten, der negative metabolischen Effekt von 4 eher kürzeren Nächten kompensiert werden konnte. Nach den 4 deutlich kürzeren Nächten sank der Insulinspiegel der Probanden zuvor um durchschnittlich 23 Prozent. Die Forscher errechneten dabei ein um 16 Prozent gestiegenes Diabetesrisiko! Zielgruppe für die Erkenntnisse dieser neuen Studie sind insbesondere Schichtarbeiter.

 

Wie schläft es sich eigentlich auf einem Futon?

Hat Ihnen schon einmal jemand erzählt, dass sie oder er auf einem Futon schläft? Und haben Sie sich dann gefragt, wie es sich schläft, auf einem Futon? Sie können von Glück reden, wenn Sie einen solchen Zeitgenossen kennen.    Denn Futons sind in Deutschland immer noch selten, völlig zu unrecht, wie die Fans dieser besonderen Schlafunterlage finden. Schließlich handelt es sich bei einem Futon keinesfalls um eine banale Matratze, womöglich noch aus einem dieser bekannten skandinavischen Betten- und/ oder Einrichtungshäuser, Sie wissen schon…

Traditionsreiche Schlafkultur

Ganz im Gegenteil: Futons sind flauschig-weiche, schwere, dicke Schlafunterlagen aus geschlagenen Baumwollfasern mit einer zweitausendjährigen Tradition aus Japan. Die Bezeichnung „Futon“ bedeutet deshalb sinnigerweise nichts anderes als „Schlafplatz“, mit der Besonderheit, dass man diesen Schlafplatz dank der charakteristische Dünne des Futons auf sehr praktische Weise zusammenrollen und einfach beiseite packen kann. Wohnraum ist schließlich kostbar, bekannterweise insbesondere in Japan.

Stellen Sie sich vor, Sie sind die Prinzessin auf der Erbse, mit dem Unterschied, dass der in diesem Märchen beschriebene Bettenberg sich in einer dieser Futons befindet. Das mag befremdend wirken, ich möchte aber den Versuch unternehmen, zu beschreiben, warum es einfach großartig ist, auf einem Futon zu schlafen.

Hierzulande gibt es Futons seit den 1980er Jahren, mit vielfältigen Abwandlungen und Modifikationen zum japanischen Original. Beispielsweise haben viele Hersteller weitere Faserstoffe hinzugefügt, um die klimatischen und hygienischen Eigenschaften des Futons zu steigern. Auch Naturlatex wird in heutigen Futons verarbeitet, damit diese Schlafunterlagen elastisch bleiben.

Alles eine Frage des Lifestyles

Schläft man zum ersten Mal auf einem Futon, braucht man etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Nach ein bis zwei Nächten hat sich unser Rücken aber auf diese neue Schlafunterlage eingestellt, sodass die vielleicht anfängliche Ablehnung der Idee, „auf dem Boden zu schlafen“, sich durch den neuen, in meinem Fall überwältigenden Schlafkomfort des Futon rasch in Luft auflöst.

Es ist ja nicht so, dass man sich kein Bett leisten kann. Abgesehen davon besitzen auch tradtionsbewußte Japaner, insbesondere mit zunehmendem Alter und sozialem Prestige, gleich mehrere Futons. In diesem Zusammenhang darf man das Futon-Schlafen nicht als Mangelerscheinung betrachten, als schliefe man wie ein Haustier oder ein armer Stundent auf dem Boden. Vielmehr ist das Futon Ausdruck eines bewussten Lebensstils, der sich, wohl nicht nur in Bezug auf den Schlafplatz, auf das Wesentliche fokussiert.

Herrlicher Minimalismus

Futons brauchen kein Bettgestell mit Kopfenden und flankierenden Nachttischchen, keine Lattenroste, keinen Schnickschnack. Insofern mögen Futons den Charm eines befreienden Minimalismus versprühen. Extras finden sich allenfalls im Futon selbst, sei es in Form von zusätzlichen Fasern.

Ziemlich praktisch und bestenfalls unsichtbar

Sein Futon kann man sogar mit auf Reisen nehmen, wahrlich ein Vorteil gegenüber jeder üblichen Matratze, wenn man mal von der Luftmatratze absieht. Einfach zusammenrollen, in einen Seesack packen und schon kann es losgehen.

Apropos Minimalismus: Jene, die ganz versessen sind auf ihren Lifestyle der Reduktion, werden die Anschaffung eines Futons unter Garantie in Betracht ziehen, da sie fortan kein Gebrauch mehr für das große handelsübliche Bett haben, dass abgesehen von seiner Funktion viel zu viel Platz in einem ansonsten fast ungenutzten Schlafzimmer beanspruchte. Die Fantasie schlägt Räder angesichts der Ideen zur neuen Einrichtung des Ex-Schlafzimmers…

Gesünder schlafen im Futon?

Futonschläfer berichten davon, dass sie sich gesünder fühlen, vor allem im Hinblick auf nicht vorhandene Rückenschmerzen durch zu weiche oder falsche Matratzen. Ob Futons nun einen echten gesundheitlichen Vorteil bieten, darüber ließe sich diskutieren. Ein Vorteil des Futons hingegen ist es gewiss, dass er sich in spontanen Haushalten mit hohen Variabilitätsansprüchen schnell und leicht verräumen oder zum Sofa falten lässt. Auch kann mit Futon schnell und günstig ein Schlafplatz für übernachtende Gäste geschaffen werden.

Anders als im Land der aufgehenden Sonne, wo sich allerdings Betten westlichen Musters längst etabliert haben, sind Futons hierzulande und überhaupt in Europa und den USA noch relative Exoten. Nichtsdestotrotz: Wer scharf auf einen gänzlich neues Schlaferlebnis ist, sollte einmal ein Futon ausprobieren. Ist das alte Bett erstmal über Bord geworfen, tröstet nicht nur der neue Schlafkomfort schnell über den vermeintlichen Verlust hinweg, sondern auch die Aussicht, dass ab jetzt Wollmäuse unter dem Bett sowie Stürze aus demselben der Vergangenheit angehören. Wer sich richtig informiern möchte, wende sich am besten an den besten deutschen Anbieter Futonwerk, dessen Website das ganze Thema mehr oder weniger vollständig erschließt. Gute Nacht!

Wenn das Bett online geht – oder besser nicht

Die Betten der Zukunft sind Computer, kein Witz!

Apropos: Wer um Himmels willen hat noch einen PC bei sich zu Hause stehen? Ja, vielleicht im Arbeitszimmer, aber ausgesteckt. Zu viel Strom verbrauchen diese Dinger, und im Job braucht man den Tower allenfalls noch als äußerst leistungsfähige Workstation. Ansonsten verschwinden diese Kisten mehr und mehr aus unseren Wohnungen und Häusern. Kein Wunder, denn da sie so unpraktisch sind, kann man sie nicht mal eben vom Arbeitszimmer an den Küchentisch holen, um nach einem Rezept zu googeln. Tragbar muss der Computer heute sein, womit wir auch schon beim Stichwort „Wearables“ sind: Die Zukunft hat längst begonnen, Computer sind unglaublich klein geworden, sodass man sie überall mit sich herumtragen kann; das kann man insbesondere an den Smartphones sehen, die – anders als die Handys der späten 1990er und Nullerjahre – mithilfe echter Betriebssysteme funktionieren. Der Trend zum Minimalismus ist selbstverständlich nicht gestoppt, sodass nach und nach die Zeiten anbrechen, die wir bislang nur in der Science Fiction bestaunen konnten: Das Internet der Dinge, will heißen, dass in möglichst vielen Alltagsgegenständen digitale Technik steckt, die wir nicht sehen und die vernetzt gesteuert wird.

Zukunftsweisendes Potential des „Internet of Things“

Wie das Internet der Dinge unser Leben verändern wird, ist kaum zu erahnen. Ausblicke darauf gab es, freilich nur für Fachkreise und Journalisten geöffnet, vom 6. bis zum 9. Januar dieses Jahres auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zu sehen. Die Aussicht, dass alles digitalisiert und vernetzt werden kann erscheint zugleich beflügelnd und irritierend. Es geht nicht nur darum, dass in naher Zukunft der Kühlschrank selbständig Essen online nachbestellt, man in komplett vernetzten und per App steuerbaren Wohnungen und Häusern lebt oder dass Autos „von alleine“ fahren werden. Zweifelsohne kann das Potential dieses „Internet of Things“ hinsichtlich neuer Produkte und neuer Absatzmärkte gewaltig sein. Wünschenswert wäre im Ergebnis der Komfortgewinn.

Bei aller Euphorie, die vor allem Unternehmen hinsichtlich neuer Absatzchancen verspüren dürften, sollte hinsichtlich des I-o-t der gesunde Menschenverstand jedenfalls nicht aufgegeben werden. Patrick Beuth titelt seinen Beitrag zum Hype der neuen vernetzten Spielereien auf der CES treffenderweise „Internet of Bockmist„. Demzufolge darf sehr wohl die Frage gestellt werden, ob die Vernetzung im Alltag hier und da wirklich sinnvoll ist. Sinnvoll nicht nur im Hinblick darauf, ob durch die Vernetzung möglicherweise keinerlei echte Allagsbedürfnisse gelöst oder zumindest vereinfacht werden, sondern vielmehr erst geschaffen werden. Kritisch dürfte die Akzeptanz des „Internet of Things“ auch dahingehend werden, wenn die Vernetzung mehr oder minder unbemerkt von statten geht – insbesondere im öffentlichen Raum.

Vernetzte Betten = Überwachung?

Stichwort Überwachung: Ihr gegenüber nehmen wir im vernetzten Alltag bisweilen eine recht ambivalente Haltung ein. Angesichts mancher Praktiken von Geheimdiensten und staatlichem Datenschnüffel wird, zuweilen zu Recht, der Kopf geschüttelt. Wie sehr wir selbst aber vor allem Unternehmen, deren Geschäftsgrundlage unsere Daten sind, ebenjene Daten freiwillig, unbedarft und kostenlos (!) zur Verfügung stellen, zeigt, wie zwiegespalten wir in Sachen Datenschutz und Privatsphäre agieren können. Das Internet der Dinge wird zeigen, wie bedeutend das Thema Datenschutz noch werden kann. Ein freilich gewagtes Szenario wäre beispielsweise, wenn unsere „smarten Betten“ jene Informationen an Dritte weitergeben, wie lang wir darin – und mit wem – und mit welchen Getränken oder Medikamenten intus – geschlafen haben. Ein Hirngespinst? Vielleicht, aber das smarte Bett kommt:

Das smarte Bett

Der US-amerikanische Hersteller Sleep Number, beispielsweise, hat auf der CES eine Matratze präsentiert, die vollgestopft ist mit Sensoren, die den Herzrhythmus, die Atemfrequenz, Bewegungen im Schlaf und viele weitere Informationen aufnehmen und an eine entsprechende App weiterleiten. Mit dieser App ist es dann möglich den eigenen Schlaf zu analysieren und gegebenenfalls zu optimieren. Keine Frage, solche Produkte gehören zum Lifestyle der Selbstoptimierer und Selftracker.

Alles fein soweit, das Unternehmen soll aber planen, die Schnittstellen der Matratze für weitere App-Anbieter freizugeben, sodass mehr Dienste und Services die von der Matratze gesammelten Daten nutzen können. So könnte eine derartige Matratze durch die Verquickung mit Kalenderapps in Zukunft vorschlagen, früher ins Bett zu gehen, wenn ein früher Termin am Folgetag ansteht.

Und das ist der Kern des „Internet of Things“: Selbst vermeintlich banale Alltagsgegenstände wie Matratzen nehmen im Internet der Dinge scheinbar unbemerkt neue Rollen ein. Und damit auch neue Kompetenzen. Inwieweit wir damit auch unsere eigene Entscheidungsfähigkeit abgeben, wird sich zeigen. Zumindest sollten wir dies aus freien Stücken tun. Ob uns das I.o.t. nämlich ohnmächtiger und letztlich „dümmer“ machen soll bzw. wird, darüber dürfte noch zu diskutieren sein.

 

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